Die Hornviper (Cerastes cerastes) und ihre nahe Verwandte; die
Avicennaviper (Cerastes vipera)
Viperidae (Vipern )

Links Cerastes cerastes) und rechts Cerastes vipera
Beide Arten bewohnen die Sandwüsten Nordafrikas. Während sich das Verbreitungsgebiet der gehörnten Cerastes cerastes überwiegend von Algerien bis Sinai befindet, bewohnt Cerastes vipera fast die gesamte Sahara. Ihre Anatomie ist dem Leben im Wüstensand voll angepasst. Um Kraft (Energie) zu sparen, und um möglichst wenig Kontakt zum heißen Boden zuhaben, haben sie eine besondere Fortbewegungsmöglichkeit entwickelt, das „Seitenwinden“, bei dem jeweils pro Windung, nur ein „Punkt“ des Bauches für kurze Zeit den Boden berührt.
Um sich vor der extremen Sonnenbestrahlung, der sehr starken Nachtabkühlung, und vor Feinden zu schützen, können sie sich schnell, mit einigen Windungen, in den Sand eingraben. Nasenlöcher und Augen befinden sich so hoch am Kopf, dass sie auch eingegraben noch atmen, sehen und wittern können.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Sandvipern eingegraben im Sand, wie hier meine Cerastes vipera,

Deutlich sieht man hier die sehr hoch platzierten Augen
Der hornige, leicht aufgeblähte Körper bietet ebenfalls Schutz vor Hitze, aber auch vorm Austrocknen. Da die Trockenheit ist eins der größten Probleme aller Wüstenbewohner ist, können Sandvipern viel trinken und Feuchtigkeit speichern, aber auch sehr sparsam mit Feuchtigkeitsverlust umgehen. In den Dämmerstunden ist die Luft am feuchtesten, da sind sie am aktivsten und atmen kräftig, aber in den heißen Stunden reduzieren sie viele Körperfunktionen, so auch die Atmung, und damit auch die Feuchtigkeit die beim ausatmen verloren geht. Aus gleichem Grund zischen Sandvipern nicht, sondern reiben ihren raubeschuppten Körper aneinander und erzeugen so ein dem Zischen sehr ähnliches Geräusch.

Die Manipulation von Giftschlangen bedarf einer genauen Kenntnis der Tiere sowie ausreichende Erfahrungen im Umgang mit Schlangen im Allgemeinen. Also bitte nicht nachmachen!!!

Meine 30 Jährige Erfahrung Schlangen jeglicher Art zu manipulieren, erlaubt mir eine möglichst sichere Vorführung meiner Tiere

Deutlich zu sehen, die Hörner, und die langen, feinen Giftzähne meiner Hornviper
Obwohl ihr Gift (Blutgift) für zahlreiche tödliche Unfälle bei Menschen verantwortlich ist es, im Verhältnis zu anderen Afrikanischen Vipern, „nur“ von mittlerer Stärke. Gut behandelt in einem Krankenhaus hat man gute Chancen einen Biss ohne bleibende Schäden zu überstehen.
Leider sind Krankenhäuser in der Wüste sehr rar.
Die Hornviper (Cerastes cerastes) wird mit einer Länge von 0.50- 0.80 m im Durchschnitt doppelt so lang wie eine Avicennaviper (Cerastes vipera), und ist auch mindestens doppelt so aggressiv. Hornvipern sind sehr schnell, ungestüm und haben (für ihre Größe) sehr lange Giftzähne. Das macht sie sehr gefährlich, zumal sie sich, nicht wie die Avicennaviper, bei Annäherung tiefer im Sand vergräbt, sondern oft aus dem Sand „geschossen“ kommt und angreift. Ist mir schon passiert, und glaubt mir, es war beeindruckend.
Wie alle Wüstentiere sind auch Sandvipern ziemlich anspruchslos, und fressen fast Alles was von der Größe her passt. Sie spritzen mit einem schnellen Biss ihr Gift in ihr Opfer, und verfolgen der Duftspur solange, bis das Opfer daran verendet ist. Die langen Giftzähne ermöglichen den Hornvipern auch Vögel zu fressen, denn Die müssen sie ja bis zum Absterben festhalten. Die kleine Avicennaviper frisst zur Not auch Wirbellose.
Cerastes cerastes vermehrt sich ovipar (legt Eier), Cerastes vipera , und das ist eine Seltenheit, ist je nach Herkunft eierlegend, oder lebendgebärend.
HALTUNG
Da ich Anfängern die Haltung gefährlicher Tiere beim besten Willen nicht empfehlen kann, und erfahrene Schlangenpfleger keine allgemeinen Tipps brauchen, werde ich hier keine Haltungsempfehlungen geben.
Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,
mais il sera bientôt traduit!!!