Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,

mais il sera bientôt traduit!!!

 

Dieter Zorn & Uschi Kallus

Mocassin d'eau

&
Mocassin mexicain

(Crotalinae)

(Agkistrodon)

 

 

Wassermokassinotter (Agkistrodon piscivorus)

 

Die Mokassinottern haben wie alle Grubenottern Grubenorgane zwischen Nasenloch und Augen, mit denen sie Wärmestrahlung wahrnehmen können. (siehe auch in unserer Schlangen-Enzyklopädie)
Wie ihre Verwandten die Kupferköpfe, und ihre etwas ferneren Verwandten die Klapperschlangen, verfügen sie über ein überwiegend hematoxisches Gift (Blutgift), haben eine senkrecht geschlitzte Pupille, und sind lebendgebärend (ovovivipar).
Die Wassermokassinotter ist in 3 Unterarten (A. p. piscivorus, A. p. conanti, & A. p. leucostoma) in den USA weit verbreitet. Von Virginia bis Florida, und westlich bis Texas bewohnen sie mit Vorliebe lichte Wälder in unmittelbarer Nähe von Seen oder langsamen fließenden Flüssen. Wassermokassinottern sind semiaquatisch, dass heißt, sie verbringen einen Grossteil ihres Lebens im Wasser oder in Sümpfen.
Sie sind überwiegend nachtaktiv, und sind nur an dunklen, verregneten Tagen manchmal zu sehen.
Die Nahrung dieser gefräßigen Tiere besteht aus fast Allem was sie überwältigen können.
Auch Fische werden gerne gefressen, aber sie haben meist Schwierigkeiten welche zu fangen, so fressen sie oft geschwächte Fische die in austrocknenden Wasserlöchern verenden, und selbst Tote werden gelegentlich verspeist. Jungtiere haben wie Kupferköpfe ein helles Schwanzende, das sie ebenso als Köder einsetzen.
Häufig findet man Wassermokassins gemeinsam mit dem Südlichen Kupferkopf (Agkistrodon contortrix contortrix) im gleichen Biotop, doch verwechselt werden sie nur selten. Wassermokassins sind (ausgenommen Jungtiere) wesentlich farbloser, dafür aber deutlich kräftiger und stämmiger.

Eine ältere, und dadurch dunklere Wassermokassin

 

Außerdem werden sie um einiges länger, Männchen können über 1.80m lang werden. Die Durchschnittslänge liegt bei 1.20m bei den Männchen, und etwa 1.00m für die Weibchen. Männchen werden fast doppelt so schwer.
Es macht schon Eindruck wenn so eine große Giftschlange droht und (Schein-)Angriffe ausübt. Zum Drohen haben sie eine besondere Taktik, sie rollen sich zusammen, richten ihren Kopf nach oben, und reißen ihr Maul weit auf. Dabei wird das weiße, fuselig wirkende Innere ihres Mauls sichtbar, was ihr in Amerika den Nahmen „Cottenmouth“ (Watte-Maul) eingebracht hat.


Ein besonders dunkles Exemplar in typischer Drohstellung

 

Wegen dieses Drohverhalten und ihrer Aggressivität sind sie viel gefürchteter als ihre Verwandten die Kupferköpfe, obwohl sie nur wenig giftiger sind als sie. Ihr Biss ist für Menschen nur sehr selten tödlich.
In den gesamten Staaten wurden im Durchschnitt weniger als ein Todesfall pro Jahr registriert. Allerdings bleiben nach einem Biss oft schwere Folgeschäden.
Tiere aus nördlichen Gegenden halten eine Winterruhe und paaren danach im Frühjahr, Exemplare aus dem Süden paaren wegen der Hitze im Sommer erst im Herbst.
Wie bei vielen anderen Schlangenarten kommt es zum so genannten Komentkampf wenn zwei Männchen um ein Weibchen werben, oder um ein Revier streiten. Bei diesen Kämpfen wird aber nur festgelegt wer der Stärkere und Geschicktere ist. Der Unterlegene verzieht sich unverletzt.


Zwei Männchen beim einem unblutigen „Kräftemessen“.
Eine kleine Bilder-Serie dieses Kampfes findet ihr in unserer
Schlangen-Enzyklopädie

 

Die Tragzeit beträgt etwa drei Monate, danach werden, je nach Größe der Mutter, 3-12 (etwas über 20cm lange) lebende Junge geboren. Die Geschlechtsreife beginnt mit 2- beziehungsweise 3 Jahren (für die Weibchen)
Wassermokassins zeigen Ansätze zu sozialem Verhalten, so findet man sie oft in Gemeinschaft mit Artgenossen, und was besonders außergewöhnlich ist, die Weibchen beschützen eine Zeit lang ihren Nachwuchs.

Weiter südlich lebt ihre nächste Verwandte, die Mexikanische Mokassinotter (Agkistrodon bilineatus)

Mexikanische Mokassinotter (Agkistrodon bilineatus bilineatus)

 

Die Mexikanische Mokassinotter lebt überwiegend in den Küstenregionen von Nordmexiko bis Costa Rica.
Dort bewohnt sie mit Vorliebe tropische Laubwälder. In Lebensweise, Nahrung und Vermehrung gleicht sie in etwa der Wassermokassin, nur ist ihr Leben nicht an Gewässer gebunden. Sie ist auch sichtbar kleiner, die meisten Exemplare bleiben deutlich unter einem Meter, und Längen über 1.20m sind selten.
Bis Anfang dieses Jahrtausends zählte man 4 Unterarten, (A. b. bilineatus, A. b. howardgloydi, A. b. russeolus, A. b. taylori) doch neuerdings gilt Agkistrodon taylori als eigenständige Art.
Die fehlende Möglichkeit ins Wasser zu flüchten gleichen sie durch Aggressivität aus, und obwohl ihr Gift nicht wesentlich stärker ist als das der Wassermokassins, sind bei ihnen mehr Unfälle mit Todesfolge bekannt.
Auch bei der Mexikanische Mokassinotter gibt es helle und dunkle Exemplare, und so fallen auch die zwei (beziehungsweise 4) kennzeichnenden, und Namen gebenden, parallel verlaufende Streifen an den Kopfseiten, von weiß bis dunkelgelb aus.
Ihre Vorliebe zur Meeresnähe bringt sie zum Aussterben, denn auch der Mensch schätzt das Klima und verbaut was nur möglich ist, so schwindet ihr Lebensraum zusehends. Mittlerweile zählen sie zu den am stärksten gefährdeten Schlangenarten des amerikanischen Kontinents.

Als mir früher mein Kupferkopf an Altersschwäche einging, ersetzte ich ihn, weil ich auf die Schnelle keinen Neuen auftreiben konnte, durch eine Mexikanische Mokassinotter. Leider hatte ich mit dem etwa 30cm langen Jungtier kein Glück. Sie wollte, obwohl scheinbar gesund, nicht fressen. Auch eine Zwangsernährung brachte keinen Erfolg da sie Alles wieder auswürgte. (ihr Verdauungstrakt war nicht voll entwickelt) Als sie nach 8 Monaten einging wollte ich mir, da von ihrer Schönheit angetan, eine Neue bestellen. Doch mein Tierhändler meinte ich brauch keine zu bestellen, denn ein Kunde von ihm würde eine selber nachgezogene Wassermokassinotter abgeben, und äußerlich wäre kein großer Unterschied zwischen den beiden Arten. Also sagte ich zu und ließ mir den Wassermokassin mit der Bahn zuschicken.
Als ich das Paket abholte wunderte ich mich schon über Größe und Gewicht, aber ich dachte es sei vielleicht der Feuchtigkeit wegen Erde oder ein wassergetränktes Stück Schaumstoff darin.
Doch als ich die Kiste öffnete traf mich fast der Blitz, denn anstelle eines kleinen Würmchens, welches ich erwachtete, schoss mir eine ausgewachsene (ca. 150 m), oberarmdicke, pottschwarze und um sich beißende Schlange entgegen. Ich kann ja verstehen, dass man seinen Nachwuchs gerne ein wenig behält, aber diesem Tierfreund scheint die Zeit im fluge vergangen zu sein. Nie zuvor hatte ich eine derart große und dicke Wassermokassinotter gesehen, und schon gar keine Die so unerwartet auf mich zu schoss. Zwar war sie sicherheitshalber zusätzlich in einen Sack gepackt, aber Dieser hatte den Druck des kräftigen Tieres nicht ausgehalten und war an der Naht geplatzt. Nur mit Glück gelang es mir den wuchtigen Bissen immer wieder auszuweichen, denn sie war so aggressiv, dass ich das Gefühl hatte ihre Reichweite würde beim Zubeißen ihre eigene Körperlänge überschreiten. Auch war sie nicht so dumm wie die meisten Klapperschlangen und blieb nach dem Zubeißen für einen kurzen Moment ausgestreckt liegen, nein, genau so blitzartig wie sie zustieß, zog sie sich auch wieder zurück und war dadurch nicht so einfach einzufangen. Zusätzlich gelang es ihr sich unter einem Schrank zu verstecken, was ein gefahrloses Einfangen ohne die richtigen Hilfsmittel unmöglich machte.
Geeignete Hilfsmittel hatte ich nicht, denn ich hatte, da ich nur nachsehen wollte ob die Schlange den Transport gut überstanden hat, das Paket in der Küche eine Freundes geöffnet.
Not macht erfinderisch, und so nahm ich einen Schrubber, umwickelte ihn mit ein paar Aufnehmern und ärgerte die Wassermokassinotter so lange damit bis sie sich noch mehr in Wut steigerte und sich darin festbiss. Nun hatte ich für einen kurzen Moment die Gelegenheit sie hinter ihrem Kopf zupacken, und die nutzte ich auch. Doch es wartete eine weitere Überraschung auf mich, die Mokassin entwickelte eine Kraft die man eigentlich eher einem Netzpython zutraut, und gleichzeitig zappelte sie wie ein Aal. Sie versuchte mit aller Gewalt ihre langen Giftzähne, aus denen das Gift tropfte wie aus einer Pipette, in meine Hand zu stoßen, und um der Sache noch etwas Klasse zu geben verspritzte sie ihren übel riechenden Kot gleichmäßig über mich und die Küche. So war ich, nach dem ich sie zurück in die Kiste hatte, mit meiner Kraft und mit meinen Nerven am Ende und ich musste mir eingestehen, dass es der schwerste Kampf war den ich je mit einer Giftschlange hatte. Auch später behielt sie ihren sympathischen Charakter und machte eine professionelle Manipulation mit ihr unmöglich.
Allerdings muss ich ihr eine gewisse Intelligenz zusprechen, denn wenn z.B. ihr Wasserbecken leer war und sie Durst hatte legte sie ihren Kopf ins Becken und vibrierte mit dem Schwanz gegen die Glasscheibe ihres Terrariums. Das ist für eine Schlange schon Einiges, aber damit nicht genug, sie wusste, dass ich die Hälfte des Sicherheitsterrariums in der sie lag nicht öffnete, und zog sich, nach dem ich Wasser geholt hatte, in die andere Hälfte zurück und ließ mir so Gelegenheit gefahrlos das Wasserbecken zu füllen. Zuerst dachte ich es sei Zufall, doch sie wiederholte es immer wieder. Genauso kroch sie bei der Fütterung sofort in eine Hälfte um mir Gelegenheit zugeben in die Andere die Futtertiere zusetzen. Das ist Intelligenz, denn jede andere so gefräßige Schlange wie sie würde beim Anblick eines Futtertiers direkt darauf zu, und nicht in die entgegengesetzte Richtung kriechen. Manchmal hatte ich das Gefühl dass sie genau wusste welchen Respekt ich vor ihr hatte. Vielleicht betrachtete sie mich auch als ein notwendiges Übel, das sie in Kauf nehmen musste wenn sie etwas wollte. Wenn ich etwas von ihr wollte, sie z.B. in die andere Hälfte ihres Sicherheits-Terrariums zu haben, um die Andere zu reinigen, gab es jedes Mal einen Kampf bei dem ich, selbst gut ausgerüstet, immer wieder Schwierigkeiten hatte.
Zwei Jahre später setzte ich für einige Zeit ein etwa 1.10m langes Weibchen (vom Vorherigen Besitzer) zu paaren dazu. Sie war charakterlich das Gegenteil, sie war zwar auch aggressiv, aber sie griff nicht an, sondern rollte sich zusammen öffnete ihr Maul, fauchte und biss bei jeder meiner Bewegungen einige Male in die Luft. Selbst wenn man sie berührte beschränkte sie sich auf Scheinbisse, allerdings fauchte sie dann so, dass ich glaubte sie würde gleich platzen.
Abgesehen davon dass ich die Haltung von Giftschlangen nur erfahrenen Pflegern empfehle, rate ich, vor Allem Anfängern, von der Haltung von Wassermokassins ab.
Sie brauchen ein geräumiges Feucht-Terrarium mit sehr großem Wasserbecken (Durchmesser mindestens 1-2 fache der Körperlänge), mit bevorzugt trübem, aber kotfreiem Wasser. Da man diese schweren, kräftigen und aggressiven Tiere nur schwer mit einem Haken manipulieren kann, halte ich ein teilbares Sicherheits-Terrarium für dringend notwendig. (Bauanleitung findet ihr auf meiner Hilfe & Info Seite für Reptilien, Vogelspinnen & Skorpione )
Wer Gefahr, Aufwand und Kosten nicht scheut, und es im Kauf nimmt diese scheuen, nachtaktiven Tiere (bei korrekter Haltung) kaum zu Gesicht zu bekommen, erhält zumindest einen robusten, langlebigen Pflegling der in Gefangenschaft oft über 20 Jahre alt wird.