Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,

mais il sera bientôt traduit!!!

 

Dieter Zorn & Uschi Kallus

 

 

Die Halysotter

Gloydius halys (Agkistrodon halys)

Crotalinae

Die Halysotter ist eine asiatische Verwandte der amerikanischen Mokassin-Schlangen (Agkistrodon). Sie ist eine Grubenotter, und besitzt, wie alle Vertreter dieser Gattung, das bezeichnende wärmeempfindliche Grubenorgan. Näheres darüber erfahrt ihr in unserer Enzyklopädie.

Bis vor kurzem zählte man sie zur Gattung Agkistrodon, doch nun hat man die asiatischen Mokassins der neuen Gattung Gloydius (Halysottern) zugeordnet. So auch ihre nächsten Verwandten: Chinesische Nasenotter Cloydius acutus , Japanische Grubenotter Cloydius blomhoffi, Himalaya-Grubenotter Cloydius himalayanus,
Indische Nasenotter Cloydius hypnale, und Malayische Mokassinotter Cloydius rhodostoma

Die Halysotter hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, es zieht sich über Russland bis nach Sibirien, und östlich vom Ural, südlich bis in den Iran. Im West en ist sie auch im europäischen Teil Russlands zu finden. Somit ist sie die einzige in Europa vorkommende Grubenotter. Im Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis in die Mongolei und China, sowie auf einige Inseln Japans.

Sie wird etwa 60 bis 70cm lang, Die Grundfarbe ist hellgrau bis hellbraun über rötlichbraun bis orange, die Rückenzeichnung besteht aus dunkelbraunen Querbinden und Querflecken.

Durch ihre weite Verbreitung ist sie gezwungen sich an die verschiedensten Biotope anzupassen. Die aus dem Norden stammenden Tiere können Temperaturen unter 10° ertragen, während Exemplare aus dem Iran der sengenden Wüstensonne augesetzt sind. Vom Flachland, bis in Höhen von 2.500 bis 3.500m kann man sie anzutreffen. Ebenfalls kann sie sich an trockene Wüsten, Steppengebiete und Geröllflächen, an mäßig feuchte Berghänge, oder feuchte Flussufergebiete, mit dichterer Vegetation, anpassen. Doch eines haben fast Alle gemeinsam, sie fühlen sich auf dem Boden am wohlsten, und klettern nur selten. Doch bei großem Hunger räubern sie auch schon mal ein Vogelnest. Sie bevorzugen aber vor allem Nagetiere, Vögel und Echsen sind zweite Wahl.

 

Halys sind schlechte Kletterer und wirken im Gebüsch etwas unbeholfen, aber am Boden verfehlen sie kaum ihr Ziel. Blitzschnell kann sie zustoßen und ihre bis zu 3cm langen Giftzähne in ihr Opfer bohren. Sie verfugen wie alle Grubenottern über ein starkes Blutgift (hämotoxisch) mit einem neurotoxischen Anteil, welcher bei den östlichen Exemplaren höher ist als bei den Westlichen. Obwohl ihr Gift in der Lage ist eine ausgewachsene Maus in etwa 10 Sekunden zu töten, sind Todesfälle beim Menschen, auch unbehandelt, sehr selten. Allerdings kommt es oft zu schweren Nekrosen, und häufig bleiben schwere Folgeschäden. (bis hin zur Amputation des betroffenen Gliedes)

In den gemäßigten Klimazonen paaren sich die ovoviviparen Halysottern im April und Mai, (im Anschluss an die Winterruhe) und bringen im Herbst 3 bis 12 Jungtiere lebendig zur Welt. Die im Norden lebenden Tiere paaren, wegen der längeren Winterruhe, erst ende Mai bis Juni, außerdem sind die eigentlich dämmerungsaktiven Halys dort auch am Tag, und teilweise sogar nachts aktiv. Die ganz im Süden vorkommenden Exemplare halten eine Sommerruhe, und paaren erst im Herbst.

Da im Norden die Winterperiode besonders lang ist, können die Weibchen die die einmal empfangenen Spermien über Jahre zu speichern, und sich, ohne erneute Begattungen, selber zur rechten Zeit befruchten. So können die Jungen früher geboren werden, und haben mehr Zeit sich auf die lange Winterruhe vorzubereiten.

 

Nicht nur das Schwanzende erinnert an eine Klapperschlange

 

Nicht nur im Aussehen, auch im Verhalten sind die Halys ihren Verwandten, den Klapperschlangen, sehr ähnlich. Bei Erregung vibriert ihr Schwanzende, und erzeugt, auch ohne Klapper, ein Warngeräusch. Sie haben sogar, wie Klapperschlangenbabys, am Schwanzende eine Verhornung.

Halys sind allem fremden gegenüber sehr aggressiv, und beißen lieber einmal zuviel, als zu wenig. Allerdings sind sie, meiner Meinung nach, intelligenter als Klapperschlangen, so verlieren sie bedeutend schneller ihre Angst vor uns Menschen, und werden schnell viel ruhiger. Meine wurde sogar handzahm.

Da man sie (vor Allem die aus dem Norden stammenden Tiere) relativ kühl und trocken halten kann-, sie wegen ihrer Faulheit nur wenig Platzansprüche stellen-, sie sehr anpassungsfähig sind-, und sie sich auch noch ovovivipar vermehren, sind sie geradezu die idealen Terrarien-Tiere. Allerdings nur für Leute mit Erfahrung in der Pflege von Schlangen, die mit der Pflege von Giftschlangen beginnen wollen, oder für Kenner die einfach nur eine relativ anspruchslose Grubenotter halten wollen.