Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,

mais il sera bientôt traduit!!!

 

Dieter Zorn

Die „Groß-Vipern“ der Familie „Bitis“

(Puffottern)

Viperidae

Gehörnte Gabunotter

Bissig, bösartig, aggressiv, so wird die Puffotter im Allgemeinen beschrieben, und wo sie vorkommt ist sie meist gefürchteter als Kobras und Mambas zusammen. Und das nicht ohne Grund.

Puffottern besitzen ein äußerst starkes Blutgift das in sehr großen Mengen zur Verfügung steht und durch die extrem langen Giftzähne sehr tief injiziert werden kann.

Sie können sich voll und ganz auf ihre Tarnung verlassen, und tun es auch, so bleiben sie im Allgemeinen unbeweglich wenn man ihnen zu nahe kommt. Man merkt ihre Anwesenheit meistens erst wenn man gebissen wurde, und dass passiert im Bruchteil einer Sekunde. Puffotterbisse sind unbehandelt meist tödlich für uns Menschen, aber auch bei bester medizinischer Behandlung ist die Gefahr daran zu sterben sehr hoch.

So kann man verstehen, dass Puffottern in der Nachbarschaft nicht besonders beliebt sind.

Puffotter (Bitis arietans)

Die gemeine Puffotter Bitis arietans ist in fast ganz Afrika beheimatet, und belebt dort überwiegend Savannen, Steppen, und Wälder. Sie mag es gerne trocken und fühlt sich bei Temperaturen zwischen 25- 32°C am wohlsten. Puffottern können extreme Ausmaße ereichen, so erinnert ein ausgewachsenes Tier (bis 1,80m lang, und dick wie ein Männerunterschenkel) eher an eine Riesenschlange, als an eine Viper.

Alle Bitis-Arten sind lebendgebärend, und die Puffotter hält sogar einen Weltrekord, ein Weibchen brachte in einem Zoo einen Wurf mit 156 lebenden Jungen zur Welt! Puffottern ernähren sich von Vögeln und Nagetiere.

Wenn eine Puffotter sich bedroht fühlt, der Störenfried aber zu weit ist um ihn zu beißen, bläht sie sich auf (wie Puffreis) und wirkt dann noch beachtlicher, daher ihr Name.

Was den wissenschaftlichen Nahmen angeht haben sich die weißbekittelten Sesselpfurtzer mal wieder gegenseitig Kompetenz bewiesen, denn etliche male wurde die Puffotter immer wieder hin und her umbenannt. Mir bekannte Namen sind:
Vipera (Echidna) arietans
Cobra lachesis
Cobra clotho
Echidna arietans
Bitis lachesis somalica
Bitis lachesis
Bitis (Bitis) arietans
Bitis arietans arietans

Na ja, nun weis ich wenigstens warum ich schon als Kind- und als Jugendlicher garnichts für diese kadaverzerrupfenden, Konservierungs-Junkies über hatte!!!

Aber es gab auch Ausnahmen, wie z.B. Prof. Dr. Rob. Mertens der für mich bis heute der Vater der Herpetologie ist. Ich war eher ein Fan von Jacques Yves Cousteau der mit seinen Team nahe an die Tiere ran ging, und erforschte wie sie leben. Ich fand es schade, dass er sich überwiegend mit Meerestiere beschäftigte. Leute wie Steve Irwin (Krokodil Hunter) kannte ich damals leider nicht. Herz und Klöten am richtigen Platz, und alle Sinne für die (lebenden) Tiere, Er währe mit Sicherheit mein Idol gewesen.

Als ich mir zu Beginn meiner Reptiles-Show auch einige Bitis anschaffte war auch eine Puffotter darunter, und ich beschloss sie auf meine Weise zu erforschen, Schon nach kurzer Zeit blieb von dem was ich so gelesen hatte nicht mehr viel über. Meine Puffottern und Gabunvipern (es waren Einige in den letzten 25 Jahren) waren alle friedliche und umgängliche Tiere, und wenn sie nicht so verdammt gefährlich währen, eigentlich sogar die reinsten „Schmusetiere“ unter den Schlangen.

Selbstverständlich sind Bitis (wie der Name schon sagt) sehr bissig, aber dass müssen sie auch sein. Da sie sich, ähnlich wie Raupen, auf ihren Bauchmuskeln fortbewegen, kommen sie nur sehr langsam vorran. Sie könnten also ihre Opfer nicht verfolgen. Zusätzlich haben sie, trotz ihrer Körperlänge, beim Zubeißen nur eine geringe Reichweite. So ist es für sie lebenswichtig sofort zuzubeißen wenn etwas in ihren Bereich kommt. Dass tun sie auch, und zwar mit einer Power die mich jedes mal beeindruckt. Erst wird gebissen, dann nachgeschaut ob es fressbar ist.

Eine zweite Eigenheit ist, sie sind stinkfaul, nur Bongo, unser Kaiman, schafft es sich noch weniger zu bewegen. Keine Energie für nichts, also auch nicht für unnützes Gehabe, also wollte ich antesten wie sie sich mir gegenüber verhält wenn von mir keine Gefahr ausgeht. Dazu öffnete ich ihr Terrarium und stellte meinen bestiefelten Fuß, an einem Platz den sie nicht sofort erreichen konnte, hinein. Nach mehr als einer Stunde siegte die Neugier, und sie kam langsam aber sicher angekrochen. Sie beschnupperte mich sehr genau verlor aber nach einiger Zeit ihr Interesse an mich und kroch zu ihrem Lieblingsplatz zurück. Sie hätte mir überhalb des Stiefels ins Bein beißen können, aber sie hatte keinen Grund dazu.

Wenig später wiederholte ich das Experiment, nur dieses Mal legte ich meine Hand in ihr Terrarium. Um einen Fress-Irrtum auszuschließen parfümierte ich meine Hand mit meinem Lieblingsparfüm; Treckerschmiere! Es folgte die gleiche Reaktion, reine Neugier, sonst nichts. Nach einigen weiteren Versuchen konnte ich sie sogar, nachdem sie meine Hand beschnuppert hatte, berühren ohne sie zu beängstigen. Nun dauerte es nur noch kurze Zeit bis ich sie manipulieren konnte ohne ihren Kopf zu fixieren.

An der weit schwingenden Zunge erkennt man ihre Neugier, wenn sie sich bedroht fühlen würde, hätte ihre Zunge weit gespreizt und starr nach vorne rausgestreckt.

Die fast 3cm langen Giftzähne und die abgegebene Giftmenge stellten unsere Klapperschlangen in den Schatten. Die nächste Darbietung war und ist einmalig auf der Welt.

So eine Präsentation ist nur möglich wenn zwischen Mensch und Tier uneingeschränktes Vertrauen besteht

Noch gefährlicher und beeindruckender als Puffottern sind ihre nahen Verwandten, die Gabunottern

Gabunottern können mit 1,90m bzw. 2,05m (Bitis gabonica rhinoceros) noch bis zu 25cm länger werden als Puffottern, und haben einen wesentlich größeren Kopf. Auch ihre Giftzähne sind mit bis zu 5cm Länge noch beeindruckender, und ihr Gift (es besitzt einen höheren neurotoxischen Anteil) ist so stark, dass man in Afrika oft, sofort nach einem Biss, das betroffene Glied amputiert um ein Überleben des Opfers zu ermöglichen.

Die Gabunotter ist von Gabun-Angola bis Mozambique beheimatet und bevorzugt feuchte Biotope die nur mäßigwarm sind (23- 27°C) Sie hält zwei Rekorde; mit über 10 Kg ist sie die schwerste Giftschlange der Welt, und sie besitzt den größten Giftvorrat aller Giftschlangen.

Die hier abgebildete Gehörnte Gabunotter (Bitis gabonica rhinoceros) ist in Afrika von Guinea bis Togo beheimatet und belebt dort Tropische Regenwälder. „Cabonicas“ sind überwiegend dämmerungsaktiv, sofern man das Wort „aktiv“ überhaupt benutzen darf.

Hier seht ihr meine schönste „Gabonica“ bei einem gelegentlichen „Spatziergang“ um unsere Wagenburg. Die grade nach vorne gerichtete starre Zunge signalisiert Verteidigungsbereitschaft, sie würde sofort nach mir (und meinem Photoapparat) schnappen wenn ich auch nur einige Zentimeter näher käme.

Obwohl ich in meinem Leben schon unzählige Male eine Bitis in der Hand hatte, kam es bisher nur zu einem einzigen Zwischenfall, und dass war ein wirklicher Unfall; Gabonicas sind reine Bodenbewohner und bekommen leicht Panik wenn man sie anhebt, deswegen manipuliere ich sie immer so, dass ein Grossteil ihres Körpers auf meinem Arm oder meinen Schultern aufliegt. Irgendwann machte ich eine dumme Bewegung, und sie rutschte seitlich ab. Instinktiv versuchte ich das Abrutschen zu verhindern und bewegte meinen Arm zu schnell. Dabei machte ich Bekanntschaft mit einem ihrer Giftzähne, der meinen Handballen etwas aufritzte. Ich weis bis heute nicht ob nur der Zahn etwas ausgestellt war und mich nur bei vorbeirutschen verletzte, oder ob sie in Panik versucht hat mich zu beißen, und das Ganze zu schnell für meine Augen war. Jedenfalls bescherte mir der kleine Kratzer einen dicken Arm und 2 Tage Aufenthalt auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Die Verletzung war so schmerzhaft, dass ich fast eine Woche meinen Arm so hoch wie möglich gehalten habe, um den Blutdruck darin so gering wie möglich zu halten. Sobald ich den Arm etwas senkte wurde der Schmerz unerträglich. Ich kann mir gut vorstellen was ein voller Biss bewirkt.

Gabonicas gebären pro Wurf 15-20 (selten bis 40) lebende Junge und werden meiner Erfahrung nach 15-18 Jahre alt. Meine großen Exemplare fressen mit Vorliebe mittelgroße Hühner und Kaninchen.

Meine 1.5m lange Gabunotter frisst ein Kaninchen

Die kleinere, sehr bunte Nashornviper (Bitis nasicornis)(0.90-1.20m), und die seitenwindenden, wüstenbewohnenden Zwergpuffottern (0.30-0.40m) Bitis caudalis (Gehörnte Puffotter) und Bitis cornuta (Büschelbraunotter) habe ich selber noch nicht gehalten, und werde sie also auch nicht näher beschreiben. Die wichtigsten Infos über sie findet ihr aber in meinem Katalog.

Eine private Haltung von Puffottern und Gabunottern kann ich wegen der tatsachlichen Lebensgefahr nicht empfehlen