Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,

mais il sera bientôt traduit!!!

 

Dieter Zorn & Uschi Kallus

 

 

Die Anakondas

Eunectes

Boidae/ Boinae

 

Neben den zwei bekannten Arten:

Grüne Anakonda (Große Anakonda)

Eunectes murinus

und

Gelbe Anakonda (Paraguay-Anakonda)

Eunectes notaeus

sind neuerdings noch drei weitere Arten benannt. Doch der Traum sich zu verewiglichen ist zu mindest für einen Systematiker (Bestimmung/Benennung) schon vorbei, seine Art unterschied sich nicht genügend von der Nominatform. Ich verzichte wegen der Bedeutungslosigkeit für die Allgemeinheit auf weitere Beschreibung.

Als „Media-Monster“ bekannt, und Welt weit als größte Schlange geltend, ist die Grüne Anakonda. Doch sie ist nicht die längste Schlange auf unserem Planeten, dass ist ohne Zweifel der Netzpython. Längen von über 10m sind Mythen, die aber zu verstehen sind wenn man mal ein fettes 7m Anakonda-Weibchen mit einem Gewicht von etwa 150kg gesehen hat. Es wirkt 3-4mal so massig wie ein Netzpython von gleicher Länge. Die längste lebend gemessene Anakonda lebte im New Yorker Zoo und war 8,84m, und damit etwa einen Meter kürzer als der längste bekannte Netzpython. In der Durchschnittslänge sind Grüne Anakondas wesentlich kürzer als Netzpythons, die Männchen werden nur selten 4m lang, und bei einer Studie in Venezuela war das längste gefundene Weibchen 5,17m. Die Durchschnittslänge von Netzpython kann man mit 6,5-7m angeben, alle meine Exemplare wurden länger.

Aber wie schon erwähnt, die Masse macht's, so kann man getrost die Grüne Anakonda als größte Schlange bezeichnen.

Ihre Heimat ist der nördliche- bis mittlere Teil Süd-Amerikas. Dort führt sie in fast allen langsam fließenden- und stehenden Gewässern ein halbaquatisches Dasein.
Am häufigsten ist sie im Orinoko- und Amazonasbecken zu finden, aber ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Brasilien, Bolivien, Peru, bis Paraguay.
Da sie sich überwiegen im trüben, morastigem Wasser versteckt aufhält, besteht ihre Nahrung aus fast Allem was im Wasser lebt, oder zum Trinken ans Wasser kommt. Sie sind nicht besonders wählerisch, sondern fressen alles was sie überwältigen können, und das können sogar Kaimane sein. Hauptsächlich stehen aber bei größeren Exemplaren Geflügel und Säugetiere auf dem Speiseplan, (Bis hin zum über 50 kg schweren Wasserschwein (Capybara) und Weißwedelhirsch (Schulterhöhe etwa 1,0 bis 1,1 m)) Jungtiere und Halbwüchsige ernähren sich überwiegend von Fisch, Amphibien und Nagern.

Junge und schlank gebliebene Grüne Anakondas verlassen auch gelegentlich zum Jagen ihr feuchtes Element um auf Bäume zu klettern und dann von oben auf die Beute zuzustoßen, oder sich gar auf die Beute fallen zulassen.
Auch die meisten Angriffe auf Menschen geschehen auch von oben, denn da wir aufrecht gehen, halten sie uns von unten für viel mächtiger als wir in Wirklichkeit sind. Aus dem Wasser heraus werden meist nur Menschen angegriffen die sich bücken um Wasser zu schöpfen, oder Wäsche zu waschen.


Die Paarungszeit ist je nach geographisch bedingtem Klima sehr verschieden, beginnt aber, da die Paarung im flachen Wasser stattfindet, meistens nach einer Trockenzeit.
Als Besonderheit ist zu erwähnen, dass sich oft einige kleinere Männchen um ein großes Weibchen wickeln und so ein Paarungsknäuel bilden. Dabei kommen meist mehrere Männchen zum paaren. Nach einer Tragzeit von 6-8 Wochen werden dann 70-80cm lange Jungtiere lebend geboren. Die Anzahl des Nachwuchses hängt von der Größe der Mutter ab und kann bis zu 80 Babys betragen.

Die Gelbe Anakonda ist wesentlich kleiner, die Männchen werden nur selten über 3m lang, und die Weibchen bleiben meist unter 4,5m. Aber dafür sie wesentlich ansehnlicher, und manche Exemplare haben sogar eine gewisse Schönheit.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südwest-Brasilien, über Südost-Bolivien, nach Paraguay bis Nordost-Argentinien.
Lebensweise, Nahrung und Vermehrung entsprechen weitgehend der Grünen Anakonda, nur sind sie nicht ganz so Wasser abhängig. So findet man sie häufig in lichten Feuchtwäldern, aber obwohl sie gut klettern können, vorwiegend in Bodennähe.
Beide Anakonda-Arten sind bei den Menschen in ihrem Lebensraum äußerst unbeliebt, und selbst kleinere Exemplare, die keine wirkliche Gefahr darstellen, sind wegen ihrer Bissigkeit und ihren langen Zähnen gefürchtet.
Zwar sagt man der Gelben Anakonda nach sie sei nicht ganz so bissig wie die Grüne, doch ich kann's nicht bestätigen. Ich hatte schon oft Kontakt zu beiden Arten, und Beide versuchten mich zu beißen wann immer es ging, und zwar mit aller Power die in ihnen steckt.
Zwar bin ich sicher, dass man einige Tiere mit der Zeit auch halbwegs zahm bekommt, doch da ich (schlicht und ergreifend) weder Aussehen, noch Verhalten von Anakondas mag, ist es mir den Aufwand nicht wert.

Meine erste Anakonda die ich pflegte war ein schönes 3.50 m Paraguay-Anakonda Weibchen eines Freundes.
Er hatte sie als frisch geborene Nachzucht gekauft, und da ihr großes Terrarium im Wohnzimmer integriert war, sie also oft Sichtkontakt zu Menschen hatte, war sie erstaunlich ruhig geworden. Als mein Freund für ein paar Wochen beruflich ins Ausland musste, gab er sie mir zur Pflege.
Obwohl diese paar Wochen über ein Jahr dauerten, konnte ich keine nennenswerte Beziehung zu ihr aufbauen. Sie verbrachte den größten Teil ihres Daseins im Wasserbecken, in dem sie mindestens viermal in der Woche schiss. Aber damit nicht genug, es machte ihr anscheinend größten Spaß solange über das Resultat zu kriechen bis sich Dieses im Wasser aufgelöst hatte. Das heißt ständig war das Wasser in ihrem Terrarium eine äußerst übel stinkende braune Brühe und musste gewechselt werden. Obwohl sie eigentlich nicht angriffslustig war verwandelte sie sich bei der kleinsten Berührung in eine wild um sich beißende und eben so wild zappelnde und umschlingende Furie. Da sie sich nicht aus dem "Wasser" scheuchen ließ (je mehr sie sich bedroht oder genervt fühlte desto intensiver verteidigte sie ihr Versteck, die undurchsichtige braune Brühe) wurde das Reinigen des Wasserbeckens zum wahren Vergnügen. Nicht nur, dass es anstrengend und gefährlich war, (denn es war jedes Mal ein echter Kampf bis ich die Anakonda aus der Brühe und in einem Sack hatte) wurde dabei zusätzlich auch ein großer Teil der stinkenden Brühe schön gleichmäßig übers Terrarien und Umgebung (mich selber nicht ausgenommen) verteilt. Da kommt Freude auf, oder?

Noch "sympathischer" fand ich meine eigene Grüne Anakonda die ich eigentlich nur gekauft hatte um die Reklametafeln und Plakate unserer Reptiles-Show mit ihrem bekannten Nahmen zu bereichern. Sie vereinigte alle Makel, die bei einer Schlange möglich sind. Sie war hässlich, fett, quallig, angriffslustig, bösartig bissig und genau so eine Dreckschleuder. Sie war die erste Schlange in meinem Leben, die mich durch einen verschlossenen Sack gebissen hat. Das war gleichzeitig auch mein erster Kontakt zu ihr. Obwohl sie nur ca. 150m war, war es nicht leicht sie zu manipulieren und oft wurde ich von ihr gebissen. Auch sie fühlte sich nur in einer trüben Brühe richtig wohl. Also mischte ich Lehmerde ins Wasser, doch von da an häuften sich Beschwerden von Besuchern die (fast) nichts von ihr zu sehen bekamen. Ebenso wurde ich öfters von unwissenden Möchtegern-Tierschützern angemacht, weil das arme Tier so unmenschlich unhygienisch gehalten wurde ! ! ?
Als ein mir gut bekannter Zoo das grade geschlechtsreife und paarungswillige Männchen ausleihen wollte, verschenkte ich es direkt, und nahm mir vor nie wieder eine Anakonda anzuschaffen.
Beide Anakondas waren sehr gute Fresser und abgesehen von ihrer Aggressivität, und der damit ausgehenden Gefahr, unproblematisch zu halten. Vorausgesetzt man kann ihr ein ausreichend großes Terrarium bieten, und das muss wirklich riesig sein. Während ein großer Netzpython noch mit 1-2m² Liegefläche auskommt, braucht eine große Anakonda gut 3-5m², Auch das Wasserbecken sollte diagonal die 1-2 fache Länge des Tieres haben, zur Hälfte mindesten 50cm tief sein und zum Land hin abflachen. Das Wasserbecken ist ihr Hauptlebensraum in dem sie auch jagt und frisst.

Obwohl Grüne Anakondas für eine private Haltung denkbar ungeeignet sind, werden sie im Handel oft angeboten und auch verkauft. Doch die meisten Käufer sind kleingeistige Angeber die an dem spektakulären Namen mehr interessiert sind als an dem Tier selber. Die Leute sich ein Baby kaufen können auch überall rum erzählen sie hätten eine Anakonda und fühlen sich dann besonders wichtig, doch schon nach kurzer Zeit werden sie groß, gefräßig und gefährlich, und dann will sie keiner mehr haben. Zoos und Terrarienhäuser können und wollen meist keine Anakondas aufnehmen, und so verenden leider viele Tiere unterernährt in ihren viel zu kleinen Käfigen. Wenn euch einer erzählt er hätte eine Anakonda, und er nicht ein Zimmer oder Kellerraum für sein Tier ausbaut, ist er keine bewundernswerte Persönlichkeit, sondern ne noch armseligere Kreatur als sein bedauernswertes Tier!

Gelbe Anakondas können von erfahrenen Pflegern lebenslang (bis zu 20 Jahre) ohne Probleme in einem ca. 2.5m x 1.5m Terrarium (am besten begehbar mit Stehhöhe) gepflegt werden.