Ce rapport existe, malheureusement, seulement en allemand,

mais il sera bientôt traduit!!!

 

Dieter Zorn & Uschi Kallus

 

Couleuvre de l'Amour
Elaphe schrenckii

Amurnattern sind im Norden Asiens beheimatet. Von Südsibirien bis China und Korea sind sie oft an feuchtwarmen und sonnigen Flussufern anzutreffen. Sie haben sich an ein Leben in kälteren Regionen angepasst, und meiden Hitze. So sind sie im Hochsommer dämmerungsaktiv, ansonsten sind sie von Mai bis September tagaktiv. In dieser Zeit lassen sie weder eine Mahlzeit, noch ein Sonnenbad (zum schnellen Verdauen) aus. Sie fressen fast Alles, was sie überwältigen können (Nagetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, (auch andere Schlangen)). So stärken sie sich für eine lange Winterruhe, in den kalten Wintern des Nordens.
Die imposanten Amurnattern erreichten oft eine Länge von über 2m, und werden bei guter Ernährung recht kräftig. Im Allgemeinen sind sie sehr friedlich, und beißen nur zu, wenn sie in die Enge getrieben werden, und sie keinen Fluchtweg mehr haben. Sie scheuen den Menschen nicht, so kann man, mit etwas Geduld und Feinfühligkeit, sogar wilde Tiere berühren. Manche lassen sich sogar in die Hand nehmen.

An Menschen gewöhnte Tiere machen es sich sogar „gemütlich“ auf uns, wie hier bei einer Freundin, auf der meine Amurnatter ein halbstündiges Sonnenbad nahm. Sie hat sich selber in diese äußerst photogene Stellung gebracht. (das klappt nur bei Leuten die nicht ständig an dem Tier rumfummeln müssen)
Ihre Friedlichkeit und die Tatsache, dass sie grade im Frühjahr Massen an Mäuse und Vögel (Saatfresser) vertilgen, machen sie, besonders in landwirtschaftlichen Gegenden, zu gerngesehenen Gästen.
Meistens sind die Tiere tief-schwarz, und oft haben sie weiße, oder gelbe Querbinden, aber es gibt auch Tiere, bei denen nur die Unterseite gelb bis dunkelbraun gefärbt ist. Auch kann das Schwarz bei einigen Tieren ins Braun-Graue, oder ins Olivfarbene gehen.
Sobald es etwas wärmer wird (meistens im Mai) beenden sie ihre Winterruhe, und paaren sich. Etwa 9-10 Wochen später legen die Weibchen 12-30 Eier, aus Denen dann, je nach Temperatur, 2-3 Monate später die Jungen schlüpfen. Die etwa 35cm langen Jungtiere haben dann sehrwenig Zeit sich auf den nahenden Winter einzustellen. Deswegen legen die Tiere aus den nördlichsten Verbreitungsgebieten ihre Eier im Frühjahr. Ob diese Tiere dann erst im Herbst paaren, oder die Weibchen die Spermien speichern, ist mir nicht bekannt.

Haltung
Die Amurnatter ist sehr robust und anpassungsfähig, und im Normalfall, sehr zutraulich, so ist sie eine ideale Schlange für jeden der Platz für ein großes Terrarium hat. Ein ausgewachsenes Tier braucht schon 2m² Bodenfläche, und, obwohl sie sich meistens am Boden aufhalten, brauchen sie ausreichend Klettermöglichkeiten. Auf eine Bodenheizung kann man verzichten, doch ein Spot (mit Regler) sollte in einer Ecke des Terrariums angebracht werden. Man erreicht so zwei Temperaturzonen. Hält sich die Schlange überwiegend in der gegenüberliegenden Ecke auf, sollte man den Spot runterdrehen, nach dem Fressen, zum verdauen, kann wieder aufgedreht werden.
Amurnattern lieben es relativ kühl, bei 20-23° fühlen sie sich am wohlsten, und auch der „Sonnenplatz“ sollte auf Dauer nicht wärmer als 28° sein. Zu beachten ist aber, dass mit steigender Temperatur, auch die Luftfeuchtigkeit erhöht werden muss. Bei 30° sollten es schon 70% sein, und bei höheren Temperaturen entsprechend mehr.
Im Winter sollten sie zumindest für 3-4 Wochen kühler gehalten werden. Ansonsten kann, außer bei Frischfängen aus dem Norden, auf eine Winterruhe verzichtet werden. Wenn man allerdings Nachwuchs haben will, ist eine Winterruhe notwendig.
Amurnattern können über 20 Jahren alt werden, und in Gefangenschaft, bei guter Pflege, sogar noch einige Jahre mehr!
Leider werden wegen einem Überangebot an „Mode-Farbvarianten Zuchten“ amerikanischer Erd/Kletternattern, (wie Kornnattern, und neuerdings auch Königsnattern), kaum noch Amurnattern im Handel angeboten.
Glücklicherweise gibt es aber viele Liebhaber dieser tollen Tiere, so findet man öfters Nachzuchten auf Börsen und in Internetforen.

In unserer Show konnte ich unsere Amurnattern bestens integrieren, dank ihrer Neugier und ihrer Agilität, verlassen sie gerne ihr Terrarium, und sind ebenso bereit, sich für einige Zeit in Menschenhand zu begeben. Doch für Kinderhände sind sie weniger geeignet, denn z.B. im Gegensatz zu dem meisten Kornnattern, lassen sie sich nichts gefallen, und jeder, der nicht vernünftig mit ihnen umgeht, geht das Risiko ein von ihnen gebissen zu werden. Der Biss einer großen Amurnatter kann sehr schmerzhaft sein.
Abgesehen davon, dass es die einzigen Schlangen in meinem Leben wahren, die ich im Sommer kühlen musste (Ich lebe in Südeuropa), hatte ich nie Probleme mit ihnen.
Meine Zusammenfassung: Ein liebenswerter und dankbarer Pflegling!